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Ein recht herzliches „Grüß Gott“ lieber Leser. Ganz als Erstes möchte ich Günther Soral für seine Arbeiten an der Homepage danken. Ohne ihn gäbe es astrofotography.net überhaupt nicht.
In diesem Sinne ein Ausspruch von Captain James T. Cirk: „To boldly go where no man has gone before“
Wie alles begann
"Mit dem Wetter Wastl in die Hohen Tauern", diese Fernsehdokumentation aus der Serie "Heimatleuchten" im Servus TV, ausgestrahlt am 11. August 2023 ließ in mir eine tief schlummernde Sehnsucht nach der faszinierenden Schönheit des Universums an den Tag kommen – oder besser gesagt – in die Nacht bringen. Der Meteorologe Sebastian Weber war mit dem Bergführer und Naturfotografen Martin Glantschnig in den Osttiroler Bergen unterwegs, um die Milchstraße zu fotografieren. Ab dem Zeitpunkt sollte kein Stern mehr vor mir sicher sein, kein Komet unbeobachtet an mir vorbeiziehen.
Und wie es die Vorsehung so will, war für die darauffolgende Nacht vom 12. auf den 13. August 2023 der Höhepunkt der Perseiden-Sternschnuppen vorausgesagt. Da ich zu dieser Zeit gerade auf meiner Almhütte in der Stanz im Mürztal meinen Urlaub verbrachte, war es naheliegend, die Nacht auf dem Teufelstein auf der Schanz, Region Fischbacher Alpen, zu verbringen. Nur mit meinem Handy ausgerüstet, dachte ich mir, das wird die Nacht aller Nächte. Dem war dann doch nicht so, aber zum Abschluss meiner erfolglosen Beobachtungen leuchtete ich mit meiner Taschenlampe noch den Teufelstein an und er „dankte“ es mir mit einem grünen Erscheinungsbild.
Tags darauf beschäftigte mich die Fernseh-Sendung des Vorabends und ich wollte den Fotografen besagter Milchstraße ausfindig machen und - wie es meine Art ist – voll in die Materie bzw. ins Universum eintauchen. Schon wenige Tage später rief ich Martin an und fragte ihn, ob er mit mir in die Berge gehen wolle und mir dabei hilft, die Milchstraße zu fotografieren. Ich fragte ihn was das wohl kosten würde und schenkte ihm „reinen Wein“ ein, dass ich keine Kamera habe und mich auch recht wenig auskenne, aber von einem Freund von mir eine Kamera ausborgen könne. Martin meinte, so eine Anfrage noch nie gehabt zu haben, überlegte eine kurze Weile, nannte mir einen Preis und ich stimmte zu. Nachdem ich eine alte Nikon D7200 von meinem langjährigen Freund organisiert hatte, rief ich Martin wieder an und meinte, dass ich es ernst meinte. Er meinte, er auch und ich solle am 21. August um 12 Uhr 30 zu Mittag in Heiligenblut sein.
In Heiligenblut angekommen stieg ich in sein Auto um und wir fuhren auf die Kaiser-Franz-Josefs-Höhe. Von dort ging es zu Fuß über den Gamsgrubenweg, den Wasserfallwinkel und einem gemütlichen Klettersteig zur Oberwalderhütte. Dazwischen bemühte sich Martin, mir bei verschiedenen Motiven einen Crash-Fotoausbildungskurs zu geben. An dieser Stelle sei ihm hier nochmals Dank für seine Geduld und Liebenswürdigkeit ausgedrückt. Am Weg zum Wasserfallwinkelkeessee zeigte mir Martin noch eine kleine „Lacke“, wobei er meinte, hier wird sich morgen früh zu Sonnenaufgang der Großglockner spiegeln. Mir wird zwar große Phantasie nachgesagt, da musste ich aber passen.
Nachdem wir uns auf der Oberwalderhütte eingerichtet hatten und zu Abend gegessen hatten warteten wir auf das Erscheinen der Milchstraße. Martin baute für sich und mich alles auf und um 22 Uhr 44 sollte ich mein erstes Milchstraßenfoto schießen.
Mein erstes Foto
War es wirklich urheberrechtlich betrachtet mein Foto? Das war für Martin alles kein Thema, er stellte den Fokus scharf, mir die ISO auf 2500 und die Dauer der Belichtung auf 30 Sekunden und dann „durfte“ ich das erste Mal Auslöser drücken. Was für ein Glücksmoment und sofort war ich auch in meinem Element. Ich änderte nun den Bildausschnitt von Quer- auf Hochformat und sah, dass von Westen eine Wolke heranzog. Ich erachtete das nicht als störend, sondern hatte sofort einen Plan. Ich musste nur genau abschätzen, wie lange die Wolke brauchen würde, bis sie über den Großglocknergipfel hinwegzieht. In den darauffolgenden 30 Sekunden wird sie nach Osten weiterziehen und es würde aussehen, als ob der Gipfel zum Vulkan mutiert wäre. Anfängerglück oder wie immer man die Aktion benennen möchte, die Idee war von Erfolg gekrönt. Das war also „mein“ erstes Milchstraßenfoto. Ganze 10 Tage waren vergangen seit ich den Bazillus Astrophotographie in mich verpflanzt bekam.
Überlegungen zur ersten Ausrüstung
Jetzt schaltete sich meine Frau erstmals in das Geschehen ein und zwar mit der Frage: “Was kostet UNS das?“ „Nichts“, war meine selbstbewusste Antwort. Ich hatte vor, meine zwei PUCH Maxi Oldtimer zu verkaufen und mit dem Erlös mir ein eigenes Equipment anzuschaffen. Meine Tochter Marlene, hauptberuflich Fotografin, verwendet eine Nikon Kamera, Martin verwendet eine Sony. Die nächsten sechs Wochen galt es nun zu recherchieren und abzuwiegen, das hieß aber auch "Kopf" und "Bauch" miteinander kämpfen zu lassen. Beide einigten sich auf Sony, aber sie hatten sich noch nicht geeinigt, ob es eine Sony Alpha 7 III oder Sony Alpha 7 IIIR oder eine Sony Alpha 7 IV werden soll. Ich habe mich für Erstere entschieden. Als Objektiv entschied ich mich für das SIGMA 20mm f/1,4, weil meine Priorität auf Milchstraßenaufnahmen und Star Trails ausgerichtet sein sollte.
Die Augen gehen auf
Am Abend des 6. Oktober 2023 sollte meine Ausrüstung nun ihre erste Feuertaufe bestehen. von der ehemaligen Liftbergstation in der Brandstatt in der Stanz nahm ich nachfolgende Aufnahme auf und siehe da, was sich da alles am Himmel bewegt. Ein übermächtig strahlender Jupiter, links darunter Uranus und oberhalb des Jupiters das Sternbild des Widders, lat. Aries und darüber das Dreieck auch Triangulum genannt. Und noch ein wenig höher die Andromeda Galaxie. Später sollte ich von ihr nur mehr als M31 sprechen. Da gingen mir sprichwörtlich die Augen auf. Man wurde dann doch auf einmal ganz klein, bescheiden und doch sehr zufrieden. Die Aufnahme entstand wie bereits oben erwähnt am 6. Oktober 2023 um 22:00 mit meiner neuen Sony Alpha 7 und dem Sigma 20mm. Als ISO wählte ich 800, die Belichtungszeit betrug 20 Sekunden und ich nutzte die gesamte zur Verfügung stehende Lichtstärke von f/1,4 aus.
Feuer am Dach
Wieder eine Woche später, am 13. Oktober 2023 konnte ich meinen Freund Gerald überreden mit mir auf die Teichalm/Sommeralm zu fahren. Jener Gerald hatte mir vor zwei Monaten seine Ausrüstung geborgt, um meine ersten Aufnahmen von der Milchstraße im Großglocknergebiet zu machen. Wir beschlossen eine kleine Wanderung auf den Plankogel zu unternehmen wo ein Windrad steht. Während ich noch immer mit dem Scharfstellen beschäftigt war, lichtete er bereits das Windrad ab. Dieses Motiv griff ich ebenfalls gleich auf. Als ISO wählte ich 3200, f/2 als Lichtstärke und 8 Sekunden nahm ich als Belichtungszeit. Und da sich die Rotorblätter des Windrades in diesen 8 Sekunden viele Male gedreht hatten, kam es um 21:06 zu einem spektakulärem Bild.
Farbenspiel - verbotene Liebe
Um 22 Uhr gingen wir zufrieden zu meinem Auto zurück und ein Blick zurück hinauf zum Windrad führte mich zum Entschluss noch ein anderes Foto zu machen. Ganz elegant nämlich umrahmte das Sommerdreieck die Milchstraße. Deneb, Wega und Altair, alle drei Sterne aus eigenen Sternbildern bestehend bildeten hier einen eigenen Asterismus. Eine chinesische Volkssage beschreibt die verbotene Liebe zwischen Zhinü der Weberin, die den Stern Wega symbolisiert, und Niulang, dem Kuhhirten, der den Stern Altair darstellt. Ihre Liebe war nicht erlaubt und so wurden sie an den jeweils gegenüber liegenden Seiten des "Silberflusses" Jyutping, der alten chinesischen Bezeichnung für Milchstraße verbannt. Jedoch einmal im Jahr, am siebenten Tag des siebenten Mondmonats bildet ein Schwarm Elstern eine Brücke über den Fluss, um die Liebenden einen Tag wieder zu vereinen. Sollte an diesem Tag aber das Wetter schlecht sein, so das die Elstern nicht Fliegen können, müssen die Liebenden ein weiters Jahr auf ein Treffen warten. So lange müssen Astrofotografen zwar nicht warten, aber gefühlt kommt es einem doch oft so lange oder länger vor.
Vom Störlicht zum Polarlicht
5. November 2023 21 Uhr 22: Zu den ersten Lehrmeistern, die mir behilflich waren, sich mit Arbeitsgerät und Arbeitsweise zurecht zu kommen zählte auch Reinhold Lamb. Es war auch kalendarisch höchst an der Zeit, da, wie er selbst bemerkte, er sich im Winter bei Eiseskälte nicht vom heißen Ofen weg bewegt. Ich lud ihn also zu mir auf den Schaftalberg ein, um wie beabsichtigt mit ihm und seiner Deep Sky Ausrüstung die Plejaden zu fotografieren. irgend etwas kam mir an diesem Abend anders vor. So entschuldigte ich mich für das Licht, das aus Richtung Radegund störend zu uns auf den Schaftalberg her leuchtete. Ich meinte noch, die müssen eine größere Veranstaltung haben. Irgend etwas kam mir dann doch außerordentlich vor und ich wählte eine ganz unorthodoxe Kameraeinstellung mit f/2,8 ISO 400 und 30 Sekunden Belichtungszeit. Dann glaubte ich meinen Augen nicht trauen zu können und schön langsam dämmerte mir: Das vermeintliche Störlicht stellte sich Polarlicht heraus. Ich kann nur sagen: Glück muss der Mensch haben und es auch als dieses erkennen können.

Ungewöhnlich war für mich das rote Licht, welches das Polarlicht ausstrahlte. Von Skandinavien und Kanada war man es gewöhnt, dass die Aurora borealis wie das Polarlicht auf der Nordhalbkugel genannt wird grün ist. Also bat ich meine Tochter Marlene das Foto umzufärben und es auch grün erscheinen zu lassen. Und wenn man ganz genau hinsieht erkannt man über dem Haus den großen Wagen. Als ob er das Licht vom Norden herbeigeführt hätte. Aber jetzt Schluss mit Träumen.

Wintersechseck
Nomen est omen, was im Sommer das Sommerdreieck ist, ist im Winter das Wintersechseck. Beginnend im nördlichen Sternenhimmel möchte ich im Uhrzeigersinn die sechs dazu gehörigen Sterne vorstellen: Zuhöchst Capella, der hellste Stern im Sternzeichen des Fuhrmannes (lat. Auriga). Der nächste dazugehörige Stern heißt Aldebaran, der ein wenig tiefer und rechts davon zu sehen ist. Er ist der hellste Stern im Sternzeichen Stier (lat.Taurus). Nun kann man schon feststellen, dass es sich beim Sechseck wieder um einen Asterismus handelt. Am weitesten rechts im Sechseck befindet sich Rigel, der zum tollen Erscheinungsbildes des Orion gehört. Der südlichste Stern des Sechseckes ist Sirius, der als letzter der sechs Sterne am Sternenhimmel aufgeht und erst mit seinem Erscheinen das Wintersechseck vervollständigt. Wieder nach links ansteigend erscheint mit Procyon der zum Kleinen Hund (lat. Canis minor) gehört. Interessant, das Sirius, Procyon mit Betelgeuse, auch Beteigeuze genannt innerhalb des Sechseckes ein zusätzliches Dreieck bilden. Den Abschluss des Sechseckes bildet dann Pollux, der hellste Stern im Sternbild der Zwillinge (lat. Gemini).
Jupitermonde: Galilei sei Dank
Immer wieder zieht es mich auf den Schaftalberg, der unweit meines Hauses steht. Diese Location hat mir ja bereits in Richtung Nordwesten das Polarlicht präsentiert und nach Osten hin das Wintersechseck. Dieses mal möchte ich den Jupiter und wenn möglich seine Monde unter die Lupe, sprich vor das Tele nehmen. Dafür habe ich von Martin Thöni (hab Dank dafür), sein Sony 300mm Tele ausgeliehen. Da es im Dezember schon früh finster wird, konnte ich am 3. Dezember bereits um 18 Uhr 21 meine Aufnahmen machen. Schon beim Scharfstellen am Objektiv konnte ich die Monde erkennen. Nun galt es nur noch die richtigen Einstellungen zu finden. Da das Objektiv nicht besonders lichtstark ist, war ich auf f/5,6 limitiert, ISO wählte ich 800 und als Belichtungszeit reizte ich mit einer Sekunde wohl schon alle Möglichkeiten aus. Ich war dennoch zufrieden und ich sagte mir auch, dass ich ja erst am Anfang stehe und besser werden können ich und meine Ausrüstung immer noch. Müssen auch, ICH zumindest.

Am 7. Jänner 1610 entdeckte Galileo Galilei die vier Monde, die von innen nach außen IO - EUROPA - GANYMED - CALLISTO benannt werden. Galilei selbst hatte sich dafür ein Fernrohr gebaut. Simon Marius, der deutsche Mathematiker, Astronom und Arzt entdeckte ziemlich zeitgleich ebenfalls die vier Monde.

Da ich die Säulen der Schöpfung nie fotografieren werde können,
habe ich beschlossen, sie zu malen.
Am Können werde ich aber noch justieren müssen.
Spaß mach es mir aber alle Male.
Beteigeuze oder auch Betelgeuse
3. Februar 2024.
Konnte mich gar nicht genug freuen, daß schon nach einer Woche mir mein Lieblings Stern vor die Linse kommen würde.
Er ist der Schulterstern des Orion und in roter Überriese mit 800- fachen Durchmesser und 10.000- fachen Leuchtkraft der Sonne. Er ist 500 Lichtjahre von der Erde entfernt. Wenn er als Supernova endet, kann man mit einer 16.000- fachen Steigerung seiner Leuchtkraft rechnen. Entspricht der Leuchtkraft des Halbmondes am Himmel.
Der Überrest dieser Supernova mit einer Restmasse von 20 Sonnenmassen wird ein nur 20 Kilometer großer Neutronenstern sein. EIN TEELÖFFEL MATERIE DIESES NEUTRONENSTERNS WÜRDE AUF DER ERDE ETWA 1 MILLIARDE TONNEN WIEGEN!!!
In Film und Literatur dient Beteigeuze als Heimatplanet für „Per Anhalter durch die Galaxis“ als auch für die Handlung von „Der Planet der Affen2 als auch in Perry Rhodans „Rotes Auge Beteigeuze“.
Star Trails Basilika MARIATROST
Am 2. April 2024 versuchte ich mich das erste Mal mit Star Trails. Ich positionierte mich am“ Stiegenaufgang der Basilika und visierte Objekt und Polarstern an. Dann machte ich 102 Einzelaufnahmen mit je 30 Sekunden Belichtungszeit, einer ISO-Zahl von 100 und f/1.4. ich denke, der Anfang kann sich sehen lassen.
10 Tage später unter tatkräftiger Unterstützung von Patrick Lmpl wagte ich mich an M51 der Whirlpool Galaxie. Unvorstellbar ihre Distanz zur Erde: 24 Millionen Lichtjahre. Für die schönen Farben zeichnet der Triband Filter verantwortlich.
Star Trails RIEGERSBURG
Am 18. Mai beschloss ich die Riegersburg im Lichte von Star Trails abzulichten. Dafür verwendete ich 106 Aufnahmen und da der Mond dabei recht hell schien, sogar rekordverdächtig Richtung Goldener Henkel unterwegs war, hatte ich anfangs bedenken. Die die sind dazu dar, um ausgeräumt zu werden. Also auf den Punkt gebracht: Der Himmel zeigte sich in einem schönen Blau und zur Krönung fuhr mir auch noch die ISS durchs Bild. Für dir richtige Stimmung sorg der Standplatz, von wo ich die Aufnahmen machte. Mitten am Friedhof, war aber notwendig, sonst hätte sich diese Perspektive nicht ergeben.
Sucht, die ihres Gleichen sucht
14. Juni 2024
So mystisch, wie sich der Friedhof anfühlte, präsentierte auch der Almsee in Grünau, nur auf eine etwas andere Art. Der See dampfte, Luftfeuchtigkeit ohne Ende, der Mond zu 48 Prozent präsent. Bedingungen wirklich nicht optimal; möchte man denken. Alle diese Umstände ließen jedoch ein Bild entstehen, da sollte wohl auch Photoshop erblassen u d ich verwendete es auch nicht. Vielleicht auch dem Umstand geschuldet, weil ich es nicht kann. Die Natur hat dann entschieden, so soll das Bild aussehen und so tut es dann auch. Chapeau nature.
Goldener Henkel
Wer konnte ahnen, dass besagtes Objekt, von dem ich bei den Star Trail in Riegersburg sprach, aber noch keine Ahnung von seiner Existenz hatte, noch zum Hauptdarsteller werden würde.
16. Juni 2024 Aufnahme zwischen 22 Uhr 10 und 22 Uhr 20. Den 8 Zoller einfach in der Wiese aufgestellt, den Mond anvisiert und gar nicht gewusst was mit passiert. Treffer: der GOLDENE HENKEL
Bei einem Mondalter von 10 bis 11 Tagen nach Neumond liegt das Tal der Regenbogenbucht SINUS IRIDU im Regenmeer (Mare Imbrium) noch im Schatten, während die Gipfel der über 400 Kilometer langen Bergkette des angrenzenden Juragebirges (Montes Jura) aufgrund ihrer Höhe von bis zu 2700 Metern bereits vom Sonnenlicht erreicht werden. Wegen ihrer prägnanten, an einen Henkel erinnernden Form und des vom Mond gelblich reflektierenden Lichts erhielt dies Formation den Namen „GOLDENER HENKEL“.
Dem Teufelstein verfallen
Zu dieser Zeit war im Mürztal von der Schweiz kommend und mittlerweile nach Ungarn weitergezogen ein Wolf unterwegs. Ich hatte keine Angst, war aber aufmerksam. Einige Jahre später sollte mir ein Zitat von Sarah Williams unterkommen, das folgendermaßen lautete: „I have loved the stars too fondly tob e fearful oft he night“. Damit sollte alles darüber gesagt sein.
Von meiner Almhütte in der Stanz ist es nicht weit auf den Teufelstein und so nutzte ich die zwei klaren Nächte am 28. – und 29. Juni 2024. Ich lasse die zwei Bilder für sich sprechen.
Vom Teufel geritten
Möchte man meinen, wenn man an die Umstände denkt, wie di Milchstraßenfotos von den Drei Zinnen zu Stande gekommen sind. 29. August 2024, ich blicke beim Frühstück in Graz aufs Handy und schau wie das Wetter bei den Drei Zinnen wird. Wolkenlos. Ich packe kurzerhand meine Fotoausrüstung und fahre mit dem Auto einfach los. Um 14 Uhr bin ich in Toblach und gönne mir eine Pizza. Köstlich. Nun die Mautstraße rauf auf den Parkplatz bei den Drei Zinnen. Ich steige aus und traue meinen Augen nicht: Es geht ein Gewitterregen nieder. Was solls, ich nehme meinen Rucksack und gehe zur Drei Zinnen Hütte. Nach einer Stunde war ich dort angekommen und bis 21 Uhr starrte ich in den Himmel und verstand die Welt nicht mehr. Und um 21 Uhr 30 verstand ich sie überhaupt nicht mehr. Ich weiß nicht wo die Wolken hin verschwunden waren, war mir schlussendlich auch egal, Hauptsache sie waren weg. Ich konnte mein Milchstraßenprojekt beginnen. Gegen 0 Uhr 30 schoss ich mein letztes Foto und ging zurück zum Auto. Ich fuhr die Mautstraße wieder runter und parkte mein Auto an einem kleinen See, um mich schlafen zu legen. Nach einer halben Stunde wurde mir kalt und ich beschloß nach Hause zu fahren. Ich kam bis zum Wörthersee, doch dann merkte ich, dass mir die Augen schwer wurden. An einem Rastplatz machte ich für eine Stunde ein Nickerchen. Dann fuhr ich weiter bis Graz. Es waren genau 24 Stunden vergangen und ich saß wieder am Frühstückstisch. Und um Milchstraßenfotos von den Drei Zinnen reicher.
Auf den Spuren von Andy Warhol
Dafür mußten Günther Ralis und ich uns am 3. September 2024 nach Hohentauern, auf die Edelrautehütte auf 1.725m begeben. Vor allem eine für die Region Rottenmanner Tauern typische Zirbe hatte es mir angetan. Sie sollte unter Warhols Hilfe der Milchstraße die Show stehlen. Gegen 22 Uhr 30 starte ich das Unternehmen. Ich war froh, daß mir das mit dem ersten Male gelungen ist, denn Günther hatte in der Nacht alle Bäume umgesägt. Schnarch……….
Am nächsten Morgen fiel und in Hohentauern ein romantisch gelegener Teich, der Weberteich auf. Wir nahmen uns vor, am Abend wieder zu kommen. Andy wollte sich uns auch wieder anschließen. Um 21 Uhr 30 setzten wir unser Vorhaben um.
Major Tom
Völlig losgelöst und aufgegangen in Emotion und Chemie und was weiß ich welcher Schwachsinn mir noch einfällt, aber dennoch ich liege hier im Gras, blicke auf die Riegersburg, die Milchstraße und wer Adleraugen hat wird auch noch ein Rind entdecken. Und dann geht es los, die Kamera ist mit der Milchstraße beschäftigt und ich bin so richtig mit dem Leben zufrieden. Und auf einmal, ich konnte mir gar nicht vorstellen, daß der momentane Zustand noch gedopt werden kann, klingt vom See von der Riegersburg eine Melodie herauf: MAJOR TOM – und alle Gäste am See singen mit – Ich bin völlig losgelöst.
Roland Merzky
Wie alle Jahre verbringe ich meinen Radurlaub im Numi&Medusa in Cesenatico. Früher, vor Jahrzehnten unter dem Motto Trainingslager, heute um uns mit lieb gewonnenen Freunden zu treffen und auch um Rad zu fahren.
Um Phasen ausleben zu können muß alles zusammenpassen, dazu gehörten die Objekte der Begierde und Roland Merzky. Die Phase waren die Star Trails, die Objekte Marco Pantani und die Brücke von Comacchio und ein ungemein lieb gewordener Freund Namens Roland, der mit aller Geduld meine Wünsche in Bildbearbeitung meisterhaft umsetzte. Geschehen Anfang September. Aber sehen Sie selbst.
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Zirri sei Dank
Ins Bild gelaufen – und doch nicht blöd gelaufen. Lieber Leser ich versuche das scheinbar sinnlose Wortspiel aufzulösen. Es sind inzwischen acht Tage vergangen, daß ich mit Michael den Komet fotografiert habe. Nun habe ich mich allein auf den Weg auf den Teufelstein gemacht. Ich habe mich positioniert, das Rotlicht eingeschaltet und geschäftig herumgemacht. Mir ist nicht aufgefallen, daß 50 Meter hinter mir beim Gipfelkreuz auch jemand war und fotografierte. Andreas Zirri, ein Fotograf, wie ich später merkte, der höheren Spielklasse, machte Serienaufnahmen und ließ sich durch mein Herumlaufen nicht irritieren. Es gibt sie , die „wahren“ Fotografen, man muß sie nur finden.
Fotokurs
Immer was Neues zu lernen ist kein Fehler. Deshalb beschloß ich, am 30. November 2024 den vom Nationalpark Gesäuse ausgeschriebenen und von Philipp Jakesch abgehaltenen Fotokurs in Admont zu absolvieren. Nach technischen Tipps, ging es ins Freie, sprich wir fuhren auf den Buchauer Sattel. Nebel begleitete uns, Nebel war auch fuhr die tollen Stimmungen verantwortlich.
Vager Pferdekopfnebel von Spikes umrahmt
Ohne Günther geht gar nichts, mit ihm sehr viel. Ich wollte es am 2. Dezember ganz genau wissen. Ich wollte die Spikes und die Nachführung erstmals ausprobieren und schauen wie gut mein Standplatz im Schaftal dafür geeignet ist. 150 Lights zwischen 22 Uhr 17 und 23 Uhr 13 ließen NGC 2024 den Flammennebel und IC434 mal sichtbar werden. Günther Ralis und Siril gaben ihr Bestes.
Milchstraßenbogen über dem Schöckl
Am 4. Februar 2025 fuhren meine jüngste Tochter Marlene und ich mit der Gondel auf den Schöckl. Simon hatte uns angeboten, bei ihm übernachten zu dürfen. Kurz vor vier Uhr morgens war Tagwache und wir wanderten zur Johanneskapelle auf den Ostgipfel. Da die Milchstraße als Bogen präsent war mußten wir mehrere Aufnahmen als Panorama machen. Der Lohn: Marlenes Foto wurde als Foto des Monats Jänner 2026 von „meine BIG“ der Stadt Graz ausgewählt.
Hallo dem HALO
Am 8. März 2025 wollte ich mit Johannes Deutsch am Schaftalberg den Merkur und die Venus bei ihrem Untergang (aber nicht sprichwörtlich) beobachten. Da stahl aber der Mond den Beiden die Show. Der Mond erstrahlte in einem 22°-Halo. Grund war, weil zwischen 5- und 10 Kilometer in der Atmosphäre sich Cirrostratus-Wolken befanden. Super, ohne Planung wieder ein Zufallstreffer.
Kein Urbino Krimi mehr
Auf der Rückreise von Neapel machten meine Frau und ich vom 1. auf den 2. Mai in Urbano Zwischenstation. Unsere Vermieterin hatte unseren Termin für die Wohnung irgendwie verschlafen. Dafür „raubte“ ich ihrem Mann den Schlaf, denn nach Mitternacht führte er mich mit seinem Auto unschön durch ein Weizenfeld auf den Gipfel ihre Berges. Oben ließ er mich alleine und nur das Wiehern eines Esels und ein Kauz und eine Nachtigall sorgten für meine Unterhaltung. Mein Blick richtete sich zur Milchstraße und in Richtung Urbino, wo nach zwei Folgen dieses Lieblingskrimis von mir dann abrupt Schluß war.
Wer konnte ahnen, daß meine Ahnen das auch schon sahen
Ein Kurzurlaub im Genusshotel Riegersburg mit Bogensport und Rad fahren und Milchstraße. Günther kam abends des 28. Juni noch vorbei und so betraten wir gemeinsam auf The Milky Way ab. Nachdem kurz zuvor ein Gewitter nieder ging, wurden Bedingungen immer besser und uns blieb nichts anderes übrig, als sie zu nutzen.
Windrad trifft Mond
Den ganzen Tag über war ich mit meinem Rennrad im Mürztal unterwegs, um einen Standort zu finden, wo ich freien Blick auf die Windräder auf der Stanglalm habe und dabei gleichzeitig den Vollmond im Bild habe. Ich entschied mich für einen ganz unspektakulären Ort, die Wiese vor der Kläranlage in Wartberg. Die Entscheidung war richtig. Das Video entstand am 13. Juli 2025 um 23 Uhr 49.
Es geht noch besser: Riegersburg trifft Mond
Wie geht so eine Aufnahme werden Sie sich fragen, oder gar an einen Fake denken? Die Lösung ist relativ einfach. Ich muß mir bei tags auf Stellarium bereits vorrecherchieren wo und wann der Mond hinter meinem geplanten Objekt erscheint. Das Entscheidende an der Gesamtkomposition ist dann, daß das vordere Objekt, also die Riegersburg, zu dem Seestar S30 nur zwischen 1800 – und 2000 Meter entfernt sein darf, damit die Proportionen zum Mond stimmen. Und das war am 8. August 2025 dann der Fall.
Aus der Sonne heraus: Von Arthur C. Clarke und Michael Karrer (Eine Fiktion)
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