Über mich

Mein Name ist Karl Friedl und ich wurde 1957 in Kapfenberg im Bundesland Steiermark in Österreich geboren. Wie für einen Kapfenberger üblich, absolvierte ich in der "Stahlstadt" meine Lehre und nach abgeschlossener Abendmatura verschlug es mich zum Studium an die Karl-Franzens-Universität nach Graz. Nach erfolgreichem Studienabschluss der Sportwissenschaften blieb mein beruflicher und familiärer Mittelpunkt Graz. Zwischen 1988 und 1993 kamen meine drei Töchter zur Welt und wenn es die Zeit noch zuließ beschäftigte ich mich noch mit Triathlon, Klettern und der Erforschung des Hochschwab. Diese Leidenschaft zum Bergmassiv des Hochschwab führte dann auch dazu, dass ich 1999 mein Zweitstudium mit der Dissertation über "Die Erschließung des Hochschwab" abschloss. Jahrelang sollte ich dann am und in der Region rund um den Hochschwab tätig sein. Wenn ich dabei manchmal nächtens am Berg unterwegs war, streifte mein Blick oft den Sternenhimmel, aber da konnte ich noch nicht ahnen, dass dieser einmal so mein Interesse und meine Leidenschaft erwecken würde. Ich war zeitlebens ein Forscher, nun sollte ich zum Beobachter werden.

Wie alles begann

"Mit dem Wetter Wastl in die Hohen Tauern", diese Fernsehdokumentation aus der Serie "Heimatleuchten" im Servus TV, ausgestrahlt am 11. August 2023 ließ in mir eine tief schlummernde Sehnsucht nach der faszinierenden Schönheit des Universums an den Tag kommen – oder besser gesagt – in die Nacht bringen. Der Meteorologe Sebastian Weber war mit dem Bergführer und Naturfotografen Martin Glantschnig in den Osttiroler Bergen unterwegs, um die Milchstraße zu fotografieren. Ab dem Zeitpunkt sollte kein Stern mehr vor mir sicher sein.


Und wie es die Vorsehung so will, war für die darauffolgende Nacht vom 12. auf den 13. August 2023 der Höhepunkt der Perseiden-Sternschnuppen  vorausgesagt. Da ich zu dieser Zeit gerade auf meiner Almhütte in der Stanz im Mürztal meinen Urlaub verbrachte, war es naheliegend, die Nacht auf dem Teufelstein auf der Schanz, Region Fischbacher Alpen, zu verbringen. Nur mit meinem Handy ausgerüstet, dachte ich mir, das wird die Nacht aller Nächte. Dem war dann doch nicht so, aber zum Abschluss meiner erfolglosen Beobachtungen leuchtete ich mit meiner Taschenlampe noch den Teufelstein an und er „dankte“ es mir mit einem grünen Erscheinungsbild.


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Tags darauf beschäftigte mich die Fernseh-Sendung des Vorabends und ich wollte den Fotografen besagter Milchstraße ausfindig machen und - wie es meine Art ist – voll in die Materie bzw. ins Universum eintauchen. Schon wenige Tage später rief ich Martin an und fragte ihn, ob er mit mir in die Berge gehen wolle und mir dabei hilft, die Milchstraße zu fotografieren. Ich fragte ihn was das wohl kosten würde und schenkte ihm „reinen Wein“ ein, dass ich keine Kamera habe und mich auch recht wenig auskenne, aber von einem Freund von mir eine Kamera ausborgen könne. Martin meinte, so eine Anfrage noch nie gehabt zu haben, überlegte eine kurze Weile, nannte mir einen Preis und ich stimmte zu. Nachdem ich eine alte Nikon D7200 von meinem langjährigen Freund organisiert hatte, rief ich Martin wieder an und meinte, dass ich es ernst meinte. Er meinte, er auch und ich solle am 21. August um 12 Uhr 30 zu Mittag in Heiligenblut sein. 
In Heiligenblut angekommen stieg ich in sein Auto um und wir fuhren auf die Kaiser-Franz-Josefs-Höhe. Von dort ging es zu Fuß über den Gamsgrubenweg, den Wasserfallwinkel und einem gemütlichen Klettersteig zur Oberwalderhütte. Dazwischen bemühte sich Martin, mir bei verschiedenen Motiven einen Crash-Fotoausbildungskurs zu geben. An dieser Stelle sei ihm hier nochmals Dank für seine Geduld und Liebenswürdigkeit ausgedrückt. Am Weg zum Wasserfallwinkelkeessee zeigte mir Martin noch eine kleine „Lacke“, wobei er meinte, hier wird sich morgen früh zu Sonnenaufgang der Großglockner spiegeln. Mir wird zwar große Phantasie nachgesagt, da musste ich aber passen.  
Nachdem wir uns auf der Oberwalderhütte eingerichtet hatten und zu Abend gegessen hatten warteten wir auf das Erscheinen der Milchstraße. Martin baute für sich und mich alles auf und um 22 Uhr 44 sollte ich mein erstes Milchstraßenfoto schießen. 

 

Mein erstes Foto

War es wirklich urheberrechtlich betrachtet mein Foto? Das war für Martin alles kein Thema, er stellte den Fokus scharf, mir die ISO auf 2500 und die Dauer der Belichtung auf 30 Sekunden und dann „durfte“ ich das erste Mal auslösen. Was für ein Glücksmoment und sofort war ich auch in meinem Element. Ich änderte nun den Bildausschnitt von Quer- auf Hochformat und sah, dass von Westen eine Wolke heranzog. Ich erachtete das nicht als störend, sondern hatte sofort einen Plan. Ich musste nur genau abschätzen, wie lange die Wolke brauchen würde, bis sie über den Großglocknergipfel hinwegzieht. In den darauffolgenden 30 Sekunden wird sie nach Osten weiterziehen und es würde aussehen, als ob der Gipfel zum Vulkan mutiert wäre. Anfängerglück oder wie immer man die Aktion benennen möchte, die Idee war von Erfolg gekrönt. Das war also „mein“ erstes Milchstraßenfoto. Ganze 10 Tage waren vergangen seit ich den Bazillus Astrophotographie in mich verpflanzt bekam.

 
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Überlegungen zur ersten Ausrüstung

Jetzt schaltete sich meine Frau erstmals in das Geschehen ein und zwar mit der Frage:  “Was kostet UNS das?“ „Nichts“, war meine selbstbewusste Antwort. Ich hatte vor, meine zwei PUCH Maxi Oldtimer zu verkaufen und mit der Erlös ein eigenes Equipment zuzulegen. Meine Tochter Marlene, hauptberuflich Fotografin, verwendet eine Nikon Kamera, Martin verwendet eine Sony. Die nächsten sechs Wochen galt es nun zu recherchieren und abzuwiegen, das hieß aber auch "Kopf" und "Bauch" miteinander kämpfen zu lassen. Beide einigten sich auf Sony, aber sie hatten sich noch nicht geeinigt, ob es eine Sony Alpha 7 III oder Sony Alpha 7 IIIR oder Sony Alpha 7 IV.  Ich habe mich für Erstere entschieden. Als Objektiv entschied ich mich für das SIGMA 20mm f/1,4, weil meine Priorität auf Milchstraßenaufnahmen und Star Trails ausgerichtet sein sollte. 

Die Feuertaufe

Am 6. Oktober war ich wieder auf meiner Almhütte im Mürztal und hier wartete auf mich und die neue Sony Alpha 7 III die erste Bewährungsprobe. Mit einem Weitwinkelobjektiv Sterne scharf stellen, dieser Herausforderung mussten wir uns nun gemeinsam stellen. Der Stress blieb natürlich an mir hängen, denn die Kamera kann ja alles, der Bediener - also ich - noch nicht wirklich. Das Ergebnis war einigermaßen zufriedenstellend. Momentan habe ich meine eigene Vorgangsweise dafür gefunden: Ich visiere den mittleren Stern der Deichsel des großen Wagens an und wenn ich diesen Stern, Mizar genannt, noch getrennt von seinem Reiterlein erkennen kann, weiß ich, der Bezeichnung „scharf“ schon recht nahe gekommen zu sein. 

Die Augen gehen auf

Am nächsten Tag lud ich mir das Foto auf den Laptop und mithilfe von Stellarium kann man dann auch sehen und erkennen, was sich da alles am Himmel bewegt. ein übermächtig strahlender Jupiter, links darunter Uranus und oberhalb des Jupiters das Sternbild des Widders, lat. Aries und darüber das Dreieck auch Triangulum genannt. und noch ein wenig höher die Andromeda Galaxie. Später sollte ich von ihr nur mehr als M31 sprechen. da gingen mir sprichwörtlich die Augen auf. da wurde man dann doch auf einmal ganz klein, bescheiden und doch sehr zufrieden. Die Aufnahme entstand wie bereits oben erwähnt am 6. Oktober 2023 um 22:00 mit meiner neuen Sony Alpha 7 und dem Sigma 20mm. Als ISO wählte ich 800, die Belichtungszeit betrug 20 Sekunden und ich nutzte die gesamte zur Verfügung stehende Lichtstärke von f/1,4 aus. 

Feuer am Dach

Wieder eine Woche später konnte ich meinen Freund Gerald überreden mit mir auf die Teichalm/Sommeralm zu fahren. Jener Gerald hatte mir  vor zwei Monaten seine Ausrüstung geborgt, um meine ersten Aufnahmen von der Milchstraße im Großglocknergebiet zu machen. Wir beschlossen eine kleine Wanderung auf den Plankogel zu unternehmen wo ein Windrad steht. Während ich noch immer mit dem Scharfstellen beschäftigt war, lichtete er bereits das Windrad ab. Dieses Motiv griff ich ebenfalls gleich auf. Als ISO wählte ich 3200, f/2 als Lichtstärke und 8 Sekunde nahm ich als Belichtungszeit. Und da sich die Rotorblätter des Windrades in diesen 8 Sekunden viele Male gedreht hatten, kam es um 21:06 zu einem spektakulärem Bild.

Farbenspiel - verbotene Liebe

Um 22 Uhr gingen wir zufrieden zu meinem Auto zurück und ein Blick zurück hinauf zum Windrad führte mich zum Entschluss noch ein anderes Foto zu machen. Ganz elegant nämlich umrahmte das Sommerdreieck die Milchstraße. Deneb, Wega und Altair, alle drei Sterne aus eigenen Sternzeichen bestehend bildeten hier einen eigenen Asterismus.  Eine chinesische Volkssage beschreibt die verbotene Liebe zwischen Zhinü der Weberin, die den Stern Wega symbolisiert, und Niulang, dem Kuhhirten, der den Stern Altair darstellt. Ihre Liebe war nicht erlaubt und so wurden sie an den jeweils gegenüber liegenden Seiten des "Silberflusses" Jyutping, der alten chinesischen Bezeichnung für Milchstraße verbannt. Jedoch einmal im Jahr, am siebenten Tag des siebenten Mondmonats bildet ein Schwarm Elstern eine Brücke über den Fluss, um die Liebenden einen Tag wieder zu vereinen. Sollte an diesem Tag aber das Wetter schlecht sein, so das die Elstern nicht Fliegen können, müssen die Liebenden ein weiters Jahr auf ein Treffen warten. So lange müssen Astrofotografen zwar nicht warten, aber gefühlt kommt es einem doch oft so lange oder länger vor. 

   

 

Vom Störlicht zum Polarlicht

5. November 2023 21'22: Zu den ersten Lehrmeistern, die mir behilflich waren, sich mit Arbeitsgerät und Arbeitsweise zurecht zu kommen zählte auch Reinhold Lamb. Es war auch kalendarisch höchst an der Zeit, da, wie er selbst bemerkte er sich im Winter bei Eiseskälte vor den Ofen wagt. Ich lud ihn also zu mir auf den Schaftalberg ein, um wie beabsichtigt mit ihm und seiner Deep Sky Ausrüstung die Plejaden zu fotografieren. irgend etwas kam mir an diesem Abend anders vor. So entschuldigte ich mich für das Licht, das aus Richtung Radegund störend zu uns auf den Schaftalberg her leuchtete. Ich meinte noch, die müssen eine größere Veranstaltung haben. Irgend etwas kam mir dann doch außerordentlich vor und ich wählte eine ganz unorthodoxe Kameraeinstellung mit f/2,8 ISO 400 und 30 Sekunden Belichtungszeit. Dann glaubte ich meinen Augen nicht trauen zu können und schön langsam dämmerte mir: Das vermeintlich Störlicht stellte sich Polarlicht heraus. Ich kann nur sagen. Glück muss der Mensch haben und es auch als dieses erkennen können.   

 

Ungewöhnlich war für mich das rote Licht, welches das Polarlicht ausstrahlte. Von Skandinavien und Kanada war man es gewöhnt, dass die Aurora borealis wie das Polarlicht auf der Nordhalbkugel genannt wird grün ist. Also bat ich meine Tochter Marlene Das Foto umzufärben und es auch grün erscheinen zu lassen. Und wenn man ganz genau hinsieht erkannt man über dem Haus den großen Wagen. Als ob er das Licht vom Norden herbeigeführt hätte. Aber jetzt Schluss mit Träumen.

 

Wintersechseck

Nomen est omen, was im Sommer das Sommerdreieck ist, ist im Winter das Wintersechseck. Beginnend im nördlichen Sternenhimmel möchte ich im Uhrzeigersinn die sechs dazu gehörigen Sterne vorstellen:  Zuhöchst Capella, der hellste Stern im Sternzeichen des Fuhrmannes (lat. Auriga). Der nächste dazugehörige Stern heißt Aldebaran, der ein wenig tiefer und rechts davon zu sehen ist. Er ist der hellste Stern im Sternzeichen Stier (lat.Taurus). Nun kann man schon feststellen, dass es sich beim Sechseck wieder um einen Asterismus handelt.am weitesten rechts im Sechseck befindet sich Rigel, der zum tollen Erscheinungsbildes des Orion gehört, der aber kein Sternzeichen. Der südlichste Stern des Sechseckes ist Sirius, der als letzter der sehs Sterne am Sternenhimmel aufgeht und erst mit seinem Erscheinen das Wintersechseck vervollständigt. Wieder nach links ansteigend erscheint mit Procyon  der zum Kleinen Hund (lat. Canis minor) gehört. Interessant, das Sirius, Procyon mit Betelgeuse, auch Beteigeuze genannt innerhalb des Sechseckes ein zusätzliches Dreieck bilden. Den Abschluss des Sechseckes bildet dann Pollux, der hellste Stern im Sternbild der Zwillinge (lat. Gemini). 

 

Jupitermonde: Galilei sei Dank

Immer wieder zieht es mich auf den Schaftalberg, der unweit meines Hauses steht. Diese Location hat mir ja bereits in Richtung Nordwesten das Polarlicht präsentiert und nach Osten hin das Wintersechseck. Dieses mal möchte ich den Jupiter und wenn möglich seine Monde unter die Lupe, sprich hinters Tele nehmen. Dafür habe ich von Martin Thöni (hab Dank dafür), sein Sony 300mm Tele ausgeliehen. Da es im Dezember schon früh finster wird, konnte ich am 3. Dezember bereits um 18 Uhr 21 meine Aufnahmen machen. Und wie Erfolg versprechend, schon beim Scharfstellen am Objektiv konnte ich die Monde erkennen. Nun galt es nur noch die richtigen Einstellungen zu finden. Da das Objektiv nicht besonders lichtstark ist, war ich auf f/5,6 limitiert, ISO wählte ich 800 und als Belichtungszeit reizte  ich mit einer Sekunde wohl schon alle Möglichkeiten aus. Ich war dennoch zufrieden und ich sagte mir auch, dass ich ja  erst am Anfang stehe und besser werden können ich und meine Ausrüstung immer noch. Müssen auch, ICH zumindest. 

Am 7. Jänner 1610 entdeckte Galileo Galilei die vier Monde, die von innen nach außen IO - EUROPA - GANYMED - CALLISTO benannt werden. Er selbst hatte sich dafür ein Fernrohr gebaut. Simon Marius entdeckte ziemlich zeitlich ebenfalls die vier Monde.

Die Säulen der Schöpfung

 

 

 

 

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